Strange Kebab

Es war ein wirklich wundervoller Donnerstagabend auf dem Anwesen des Kulturgutes Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg, die Gastgeber waren Ralf Thenior und Ralf Werner, die mit ihren Minutengeschichten aus dem Ruhrgebiet ihre Zuhörer eben in dieses Ruhrgebiet versetzt hatten. Diese Minutengeschichten, also im Grunde der Heimatroman in Pillenform, wird bald als Buch erscheinen unter dem Titel „Strange Kebab“.

Ralf Thenior, der Autor, kommt aus der Dortmunder Nordstadt, wo er in seinem Schrebergarten unweit des Hafens

Schriftsteller - Autor aus der Dortmunder Nordstadt

das multikulturelle Dortmund erlebt. Eigentlich alltägliche Situationen aus dem Ruhrgebiet beschreibt Thenior gekonnt und vermittelt einem schnell das Gefühl dabei gewesen zu sein.

Ralf Werner unterstreicht die Komposition mit Cello und diversen Samplern und Effekten, mit originalen Tönen, zum

Ralf Werner am Cello

Beispiel mit Tönen vom Dortmunder Hafen oder auch mit Stimmen von dem Büdchen an der Ecke. Der Wuppertaler Werner ist Teil der KULTURTECHNIKER, die Ralf Thenior in diversen Projekten begleiten.

Thenior und Werner ergänzen sich wirklich sehr gut auf der Bühne, die deutliche Aussprache von Thenior vermittelt schnell das Gefühl, Teil der Situation zu sein. Auch die musikalischen Untermalungen von Werner sind gut ausgewählt und runden das gesprochene Wort von Thenior ab. Es sind wirklich Minutengeschichten, die jede für sich immer wieder eine neue und andere Situation innerhalb des Ruhrpotts darstellen, egal, ob es die große Pause an einer Schule ist oder es um einen Bambusvorhang geht, den man im Grunde ja doch nicht wirklich benötigt, da der Nachbar, der eben nicht auf den Frühstückstisch schauen soll, überhaupt nicht mehr so oft auf seinen Balkon verweilt. Aber auch traurige Themen, wie „Hustelinchen“, wo er von einer älteren Dame erzählt, die weiß, dass sie bald sterben wird, verarbeitet Thenior gekonnt. Eigentlich findet man sich schnell in einer dieser zahllosen Situationen auch selbst wieder, da es Alltagssituationen sind, die Thenior gekonnt in einigen Sätzen verfasst hat. Fast ein jeder hat schon einmal im Zug oder in der S-Bahn oder auch im Linienbus gesessen und die Gespräche der anderen Fahrgäste gehört und verfolgt.

Die Minutengeschichten gibt es sogar als Audio-CD, die im Rahmen der „Ruhr2010″ ins Leben gerufen worden ist. Auch andere Projekte wie „Taxi Water“ haben die beiden Ralf´s schon erlebt und beschrieben. Am besten ihr schaut einfach mal auf den Webseiten vorbei.

http://www.ralf-thenior.de
http://www.kulturtechniker.net

Des Weiteren möchte ich mich wieder einmal beim Team des Kulturgut Haus Nottbeck bedanken, ohne die wäre dieser Artikel wohl nicht entstanden. Danke Schön!

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